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Projektunterricht

 

Ein weiterer  wichtiger Baustein im Konzept der IGS Hermeskeil ist der Projektunterricht. Man kann ihn definieren als „ganzheitliche, integrative Lernform, der ein Höchstmaß an curricularer Offenheit zukommt und die den bestmöglichen Raum für Lernmitbestimmung und Schülerorientierung bei Themenfindung und Lernzielfestlegung, für Binnendifferenzierung und kooperatives Verhalten bereitstellt (Legutke, Michael “Lebendiger Englischunterricht“ Kamp 1988):

Merkmale von Projektunterricht

Für die Bezeichnung Projekt  lassen sich folgende Merkmale auflisten:

  • Bezug zum weiteren Unterrichtsgeschehen
  • Orientierung an den Interessen der Beteiligten
  • Selbstorganisation und Verantwortung
  • Gesellschaftliche Praxisrelevanz des Themas
  • Zielgerichtete Projektplanung
  • Selbständiges Recherchieren
  • Produktorientierung (Präsentation, Text, Gedicht usw.)
  • Einbeziehen aller Sinne
  • Soziales Lernen im Projekt (Teamarbeit)
  • Interdisziplinarität (möglichst Fächer verbindend)


Wie soll der Projektunterricht organisiert werden?

Der Projektunterricht soll mit zwei Wochenstunden in den Klassenstufen 5 bis 8 eingeplant werden. Dabei ist es wichtig, dass der  Projektunterricht  als Blockstunde  in einer Klassenstufe parallel gesetzt wird. Dadurch soll gewährleistet werden, dass der Unterricht sowohl klassenbezogen als auch klassenübergreifend stattfinden kann.  Die Projektthemen sollen die Inhalte der abgebenden Fächer berücksichtigen.

Geleitet wird der Projektunterricht von den beiden Klassenleitern, die von den jeweiligen Fachlehrern unterstützt werden. In einem Halb- bzw. Jahresplan werden die Themen festgelegt und in den Teamsitzungen die Projektideen gemeinsam ausgearbeitet. Während des Schuljahres werden die einzelnen Projekte im Jahrgangsteam geplant und vorbereitet. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass Schüler von Anfang an in der Lage sind, Projektthemen selbst zu wählen und selbständig zu bearbeiten. Dazu bedarf es eines Lernprozesses, der sich über die gesamte Sekundarstufe I erstreckt.

Methoden des selbständigen Arbeitens, das Finden geeigneter Themen, das Strukturieren eines Themenbereiches und die daraus resultierenden konkreten Aufgabenstellungen sowie die Reflexion über die Arbeit müssen intensiv geübt und gelernt werden. Aufgrund dieser Überlegungen werden in der Orientierungsstufe mehr oder weniger Rahmenthemen vom Team vorgegeben.

Chancen des Projektunterrichts

Der Projektunterricht bietet Raum und Zeit für stufenbezogene Themen, die Bezug zum Lehrplan haben und vertieft werden. Ein Beispiel dafür ist die Vorbereitung auf die Arbeitswelt, ein typischer Bereich für die Klassenstufe 8 oder 9. Dies sollte mit den anderen Maßnahmen zur berufskundlichen Bildung abgestimmt sein.

Insgesamt sollen möglichst viele Kompetenzbereiche abgedeckt werden und ein regelmäßiges fächerübergreifendes Lernen stattfinden. Außerdem fordert das Projektlernen die Umsetzung vielfältiger Methoden geradezu heraus.

Der kontinuierliche Prozess, der mit der Verankerung des Projekts in der Stundentafel in Gang gesetzt wird, bringt mehr Ruhe in den Schulalltag  Darüber hinaus bleiben Themen, die enger am Lehrplan orientiert sind, im Vordergrund. Präsentationen und Schulfeste können durch dieses  kontinuierliche Arbeiten stufenbezogen oder mit allen Klassen 5 bis 9 regelmäßig durchgeführt werden.

Lehrer - Schüler - Verhältnis

Mit der Projektarbeit kommen sowohl auf Lehrer als auch auf Schüler Aufgaben zu, die sich vom traditionellen Unterricht unterscheiden. Mit dem Projektunterricht wachsen auf beiden Seiten Potentiale und Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs.

Für den Lehrer bedeutet der Projektunterricht zunächst einmal die Einschränkung seines Organisationsmonopols, was ihm aber die Möglichkeit verschafft, für die Schüler seine pädagogische und fachliche Kompetenz ins Spiel zu bringen. Er behält als pädagogischer, fachlich professioneller und didaktischer Experte die Koordination im Überblick, muss erkennen, wann Interventionen notwendig sind und wann selbstbestimmtes Lernen gefragt ist.

Der Schüler wird aus seiner passiv-rezeptiven Haltung heraus aufgefordert, selbst aktiv zu werden, verschiedene Kompetenzen zu erwerben und diese dann auch einzusetzen. Dabei steht Folgendes im Vordergrund:

  • Kooperationskompetenz in Verbindung mit der Arbeit in Gruppen.
  • Kommunikationskompetenz zum Herstellen und Pflegen von Kontakten, zur gemeinsamen Reflexion und Arbeit im Projekt.
  • Organisationskompetenz als Teil der Methodenkompetenz schon im Planungsprozess.
  • Produktionskompetenz hinsichtlich der zu erstellenden Produkte wie Texte, Videos, Fotos, Reportagen, Websites usw.
  • Self-Access-Kompetenz, d.h. Fähigkeit zur Selbstbestimmung, Selbstreflexion und die Selbständigkeit der Schüler.
  • Didaktische Kompetenz, die darauf abzielt, dass Lernende selbst als Lehrende tätig werden, wenn sie ihre Produkte im Plenum oder sogar in der Öffentlichkeit präsentieren.